Sommerblau

Friedlich blinzelnd ins Sommerblau /
Wiese duftet grün verholzt /
zufriedener Fellberg zu Füßen /
Fliegengesumme /
Fährengetute /
Bikini feucht vom See /
ferne Stimmen fremder Seelen /
kein Zorn am Horizont /
träge Gelassenheit /
das Handtuch nass unterm sandigen Po /
Am Himmel ziehen Gänse hinweg /
den Herbst schon riechend /
für uns noch fern /
wir genießen /
die letzen Streicheleinheiten, die der Sommer uns schenkt

 

Der Feind in mir

Nachdem mich vorgestern die Enttäuschung nicht auf der Longlist des Selfpublishing Preises zu stehen unfein pikste und ich überlegte ab sofort nie wieder zu schreiben, weil eh alles total bekloppt ist, und ich NIE dahin komme, wo ich hinwill, hat sich mittlerweile eine zumindest akzeptable schwedische Calmess über mich gelegt. Beim näheren Betrachten ist es nämlich so, dass ich es immer wieder schaffe im Wettkampf mit mir selbst zu stehen. Wenn ich bei einem Preis mitmache, MUSS ich gewinnen, weil sonst: Looser. Wenn ich mir zwei Wochen Zeit nehme zum Schreiben, MUSS ich 10 Seiten am Tag schaffen, sonst: Looser. Wenn ich ein Buch veröffentliche, MUSS es besser sein als 90 % aller anderen im gleichen Zeitraum, sonst: … na ihr wisst schon. Das ist anstrengend und führt dazu, dass ich ziemlich viel von dem verpasse, was sich bereits in meinem wirklich sehr schönen Leben befindet. Eine gute Ehe z.B. (heute exactement 18 Jahre!), gesunde Kinder, Zeit für Kreativität, enge Freunde, die mich mögen – selbst als Looser, Leser*innen, die mir tolles Feedback geben und auf das nächste Buch warten.
Aber ich sah mich bereits mit dem Preis in den Händen auf der Frankfurter Buchmesse, dann beim Interview mit der Zeit Online. Nun fällt mir auf, dass Letzteres der eigentliche Grund war, warum ich unbedingt diesen Preis gewinnen wollte (auf dessen Longlist ich noch nicht einmal stehe – Looser!!!), Ein ernsthafter Artikel in einer landesweiten Zeitung, da muss doch was gehen? Letztlich misst sich Erfolg doch an der Anzahl der Leser*innen, die ein Buch hat. Oder? Oder?
Ich mag dieses Wegdriften vom eigentlichen Tun nicht. Ich mag in meinem Kämmerlein sitzen und zwischen den digitalen Seiten meiner Geschichten verschwinden. Mag meinen Figuren begegnen, ihnen zuhören, sie doof finden, gut finden, umkommen- und wiederauferstehen lassen.
Doch wenn ich den Blick von der Tastatur hebe, schreit mein Kopf: Beweise! (Für’s gut genug sein, für’s erfolgreich sein, für die Berechtigung einfach abzutauchen, wo doch die Küche auch mal wieder gewischt werden könnte, oder noch mehr Geld verdient werden könnte). Der Feind ist nicht da draußen, steckt in keiner Jury, keinem Verlag, keiner Bloggerin und auch keinem Leser. Der Feind steckt in mir. Heute ergebe ich mich. Verbinde meine Wunden, beiße die Zähne zusammen, senke den Kopf über die Tatstatur und hoffe, dass meine Figuren stärker sind als ich, mich an die Hand nehmen und mitnehmen ins Gelobte Land. Amen.

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K3 – Klima Kongress

Wonderous things are happening. Seit einiger Zeit – vermutlich mit ausgelöst durch die Fridays for future Bewegung – erwächst in mir der Wunsch, meinen Teil dazu beizutragen, unsere Welt ein Stückchen besser zu machen. Bei meinen Überlegungen, wie ich dies tun könnte, war schnell klar, das ein einfaches „Speak-out“ schon sehr viel mehr wäre, als gar nichts zu tun, also sich klar zu positionieren und zu sensibilisieren über den heimischen Küchen(Stamm)tisch hinaus. Ich beschloss meine Socialmediaseiten und Lesungen dazu zu nutzen, dieses mir so wichtige Thema zu komunizieren. In meiner Buchreihe geht es um den Klimakollaps und wie dieser sich auf unsere Gesellschaft hier in Europa auswirken könnte. Fiktion, klar, aber doch auf Basis von Recherchen und „what if“ Fragen. Daher liegt es also nahe, auch eine Lesung dafür zu nutzen, im Anschluss ein Gespräch mit dem Publikum, vielleicht sogar eine spannende Diskussion zu führen. Lange hoffte ich „bekannt“ zu werden, um meine Anliegen mit der Welt teilen zu können, bis mir dann auffiel, dass es ja nicht darum geht ALLE zu erreichen, sondern die in meinem Wirkungsfeld. Ich muss nicht berühmt sein, um etwas bewirken zu können, auch kleine Schritte führen zu einem großen Ganzen. Das war eine simple, aber sehr schöne Feststellung. Vorgestern bekam ich einen Anruf von einem Institut für Nachhaltigkeitsforschung mit einer Einladung zu dem K3 Kongress zu Klimawandel, Kommunikation und Gesellschaft als Debattenteilnehmerin im „Forum und Debatte“ zum Themenschwerpunkt „Zukunftsbilder“. Ich war völlig geflasht von dem Anruf, da sich diese Einladung so gut mit meinen neu gefassten Vorsätzen überschneidet und weil meine Bücher als das gesehen werden, was ich erhoffte – nämlich die Möglichkeit auf unterhaltsame und spannende Art ein wichtiges und schweres Thema für Leser greifbar zu machen. Ich freue mich wahnsinnig über diese Einladung und bin mehr als gespannt! Das Programm des Kongresses findet ihr hier: https://k3-klimakongress.org/

Wer Ende September noch nichts vorhat: ich bin mir sicher, dass der Kongress eine Reise wert ist!

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Vorfreude

Ich habe zur Zeit ziemlich viel, über das ich mich freue. Zunächst ist mir eine Reise praktisch in den Schoß gefallen und zwar auf eine Art, die mir wieder einmal aufzeigte, dass Gedanken offenbar in der Lage sind Berge zu versetzen. Ende 2017 arbeitete ich mit meinem Audiodeskriptions-Team an einem Film, der in Thailand spielt. Wunderschönes Setting, Holzhütten direkt am Meer, friedlich, safe, Massagen an jeder Ecke und das Essen als Kunstwerk inszeniert. Also ein Urlaub, den ich so noch nie gemacht habe und bisher auch nicht plante. Aber die Arbeit am Film hat mir ein wohliges Gefühl verschafft und den Gedanken-Samen gesetzt ›da mag ich auch mal hin‹. Der Film geriet über neue Projekte in Vergessenheit, sowie auch der Wunsch einmal so eine Reise zu unternehmen. Ich spule vor ins Jahr 2018, genauer gesagt, Ende Dezember 2018: Meine älteste Freundin (in Freundschaftsjahren) berichtet mir von einer geplanten Reise, die sie eigentlich mit ihrer Tochter machen möchte. Aber die Tochter  hat andere Pläne. Die Reise ist aber bereits gebucht, was tun? Hier ein Link, schau doch mal, hättest du Zeit? Die Umbuchungsgebühren wären halt zu zahlen … Ich klicke einen von drei Links an, denn die Reise besteht aus drei Abschnitten, und lande auf der Homepage jenes Ressorts, in dem der Film spielt. Ich weiß nicht, wieviele solcher Orte es in Thailand geben mag, aber ich nehme an mehr als drei. Zufall, Glück, Anziehungkraft? Egal, ich freue mich riesig in zehn Tagen bei 30 Grad am Meer zu liegen! Vor der LBM noch mal die Seele baumeln zu lassen. Denn auf die Buchmesse freue ich mich auch. Der Gedanke an die Lesung treibt mir zwar Schweißperlen auf die Stirn, aber die sieht man dann ja nicht mehr, wenn ich schön gebräunt und mit glühenden Wangen zurückkomme.

Und hier noch etwas, über das ich mich freue: das Cover von Band 2:

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Lebenszeichen

Ich lebe noch, nur mal so als Info. Und es passiert eine Menge, um mich herum und in der Welt sowieso. Persönlich wichtigstes Update: „Gelobtes Land – Gloov“ ist fast ready to go. Das Cover steht, die Messe-Goodies sind entschieden, die Lesung auf der Leipziger Buchmesse eingeloggt (21. März 14:30 Uhr – 15 Uhr, Leseinsel Phantastik 1: Halle 2, Stand K500/H501). Ich werde zusammen mit der Autorin Annina Safran in Halle 2 im Übergangsbereich von Kinder- und Jugendbuch zu Phantastik mit einem Stand vertreten sein. Wer den Weg zu uns findet, wird mit Kaffee und Süßem belohnt und es gibt noch eine Überraschung! Ich freue mich darauf!

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Hüpf, hüpf – freu!

Eine wunderbare Rezension über Gelobtes Land – Hoop auf Recensio Online, ein toller Literaturblog, der 2018 Finalist des Buchblog-Award war. Ich bin glücklich! Danke!

https://recensio-online.blogspot.com/2019/01/christine-heimannsberg-gelobtes-land.html?fbclid=IwAR0SqEFvnrDF11c7SmLv9VLiIiHiV-C7Sn7Zh0GL3zJVuNE9HyoW7dw0D9c

Adventsspiel Teil 4

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, Weihnachten steht vor der Tür. Alles wird langsamer. Ich zumindest. Im Denken, im Handeln, selbst im Fühlen. Das hat was, und als ein Mensch der ungern von alleine pausiert, auch ein Muss. Ich habe lange nicht verstanden, warum im Bayern von der staaden Zeit gesprochen wird, in Berlin war nicht so viel mit „staad“. Jetzt, fünf Jahre später, wirkt sie auch bei mir.

Ich wünsche euch allen ruhige, erholsame und schöne Feiertage und einen fulminanten Rutsch ins neue Jahr. Vielen Dank all jenen, die mich in diesem Jahr begleitet haben! Vielen Dank an meine Leser, vielen Dank für die vielen tollen, ermutigenden Rückmeldungen und vielen Dank dafür, dass Nähe entstehen durfte! Kommt gesund und munter rüber – wir hören uns!