Kopf hoch

Ich hatte einen Traum. Eigentlich mehr eine sehr lebendige Visualisierung. Ich befand mich unter einem Strom von Licht und Energie und blickte hoch. Dann kam mir der Gedanke »Warum liege ich eigentlich darunter? Müsste ich nicht darüber sein?« Und plötzlich war ich ein Vogel, der über dem Energiestrom hinwegsauste, um sich dann immer wieder kopfüber in den Strom zu stürzen, einzutauchen und wie ein Fisch mitzuschwimmen. Ich traute mich aber nicht im Strom zu bleiben und mitreißen zu lassen, als tauchte ich auf, wieder ein, auf, unentschieden und wankelmütig.

Mir ist relativ klar, was der Traum, die Vision zu bedeuten hat. Ich bin kurz davor mein Buch zu veröffentlichen und ich bekomme es mit der Angst zu tun. Ich möchte stolz sein, aber nicht übermütig. Ich möchte mich freuen, mich aber nicht darin verlieren. Ich möchte geachtet werden, aber fürchte mich vor Ablehnung. Und ich weiß: da muss ich durch. Meine Angstmechanismen versuchen auf die Bremse zu treten und den Zug vom Gleis zu holen, mein Wille hält eisern dagegen und schreit »Schaff ich!« Mein Ego wankt zwischen Größenwahn und zermürbenden Zweifeln. Aber ich weiß: da muss ich durch. Ich habe Angst. Ich freue mich. Ich bin stolz. Ich bin nackt. Ich schaffe das. Kopf hoch.

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Muße, die

Wer küsst besser, die Muse oder die Muße?

Sie haben auf jeden Fall sehr unterschiedliche Temperamente, denn während die Muse das Gemüt eines Klammeräffchens hat und feuchte, penetrante Küsse verteilt, so ist die Muße doch eher gemütlich. Erst mal Kaffee trinken. Dann vielleicht noch ein Stück Zwetschgenkuchen. Dann ein Küsschen. Worum geht’s noch mal? Ach ja, Buch veröffentlichen. Gemach, gemach, draußen scheint die Sonne, der See ist warm, die Freunde nett. Musst dich ja auch noch vom Theaterspielen erholen, so eine Aufregung! Aber das Cover ist schön, danke Jessica, da hast du mir einen Haufen Stress von den Schultern genommen.

Derweil scharrt Band 1 ungeduldig mit den Hufen, schnaubt, bereit, sich hinauszustürzen aus der Dunkelheit des Laptops, raus, raus, raus, macht Platz! Band 2 hockt etwas beleidigt im Sessel rum, drei Kapitel hängen noch im Notizbuch fest, das Letzte sogar noch im Kopf der Autorin. Geht’s hier mal weiter? Zack, klammert die Muse sich an meinem Hals fest, die Muße beruhigt: Gemach, gemach, jetzt ist erst mal Band 1 dran. Die Muse schleckt mir über das Gesicht und flüstert: »Jetzt, jetzt, so lange die Leidenschaft noch warm ist.« Ich atme durch, schüttel der Muße die Hand, etwas fester, damit sie nicht gleich wieder abhaut, schiebe die Muse sanft, aber bestimmt von mir und kremple die Ärmel hoch. Und da vernehme ich ein leises Kichern aus der hintersten Ecke meines Gehirns. Band 3 macht sich bereit für ihren Auftritt.

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Zwischen hier und da

Seit ich wieder probe, komme ich weniger zum bloggen. Tatenlos bin ich dennoch nicht. In Lichtgeschwindigkeit rase ich auf den 15. September zu, dem Tag der Buchveröffentlichung, der eine Reise von drei Jahren markieren wird und natürlich trotzdem auch »nur« ein Anfang ist. Der Anfang einer Trilogie z. B., die Geburt, wenn man so will, von etwas das ich noch nicht in Zeiträume fassen kann. Um diesen Tag dreht sich neben den Proben gerade alles. Heute saß ich mit einer wunderbaren Person zusammen, die mir hilft Struktur in die verworrenen Fäden zu bringen. Und je länger wir sprachen, umso mehr kristallisierte sich heraus, wonach ich eigentlich strebe, als Mensch, aber auch als Autorin und Schauspielerin, eigentlich in allen meinen Arbeiten: Wahrhaftigkeit. Ich ertappe mich gerade oft dabei, wie ich sie zu verlieren drohe, z. B. durch Eitelkeiten, wenn ich mir überlege, wie ich mich in der Social Media Welt präsentieren soll/kann/will. Es ist okay eitel zu sein, aber es ist nicht okay sich dahinter zu verstecken, weil man Angst hat, dass das ungeschönte Selbst nicht wertvoll genug ist. Ich möchte echt sein. Ich möchte echten Kontakt mit echten Menschen. On- und offline. Mit meiner Arbeit und in meinem Leben. Und wahrscheinlich werde ich mich noch oft manipulieren und immer wieder Schiss haben. Aber ich nehme es mir vor und starte jetzt. Genau jetzt!

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Fragment: Gelobtes Land

»Du musst sie schlagen, damit sie dich ernst nehmen. Lass dir das gesagt sein. Wenn du zu freundlich bist, tanzen sie dir auf der Nase herum. So wie die da.« Er nickt in meine Richtung. »Wenn ich jemals den Ausweis zum Passieren verloren hätte, weißt du, was mein Vater dann mit mir gemacht hätte?« Weiterlesen „Fragment: Gelobtes Land“

In the jungle – Willkommen in der Welt der Selfpublisher

Mir qualmt der Kopf. Seit gut drei Wochen begebe ich mich tiefer und tiefer in den Selfpublisher-Marketing-Dschungel und es ist keine Ende in Sicht. Ein Artikel führt zu sechs anderen, die haben wieder fünf weitere Unterthemen etc., etc. Manche sind sehr lustig, also im Sinne von unfreiwillig komisch. So hat eine Seite z. B. eine gute Textaufmachung, aber der Typ auf dem Foto sieht dafür wie aus der Muppetshow aus. Weiterlesen „In the jungle – Willkommen in der Welt der Selfpublisher“

Feuer und Aufwind

Mit das merkwürdigste am Schreiben ist ja das Alleinsein. Zumindest in der realen Welt alleine. Im Hirn und auf dem Papier ist ja eine Menge los und durchaus auch mal Getümmel. Umso inspirierender ist es, wenn sich Synergien bilden. So wie es mir vor wenigen Tagen passiert ist. Thema war das Cover meines ersten Bands der GL Trilogie, welches ich bereits entworfen hatte, aber nicht selber professionell umsetzen kann, da zwei Semester Kommunikations-Design für so etwas eben doch nicht ausreichen. Losgezogen bin ich also mit dem Wunsch ein Cover zu bekommen, zurückgekommen bin ich mit einem springendem Herz, dem Kopf voller Ideen und einem Team an Unterstützern. Da macht man sich Gedanken, wie man dieses oder jenes lösen könnte und letztlich gibt es immer nur einen Weg: Raus gehen und sich mitteilen. Eigentlich weiß ich das schon lange, warum vergisst man die klugen Sachen so oft? Nun also zur allgemeinen und eigenen (!) Erinnerung: Jeden Tag einen Schritt gehen und an manchen Tagen gibt’s dafür einen Quantensprung. Oder wie mein Mann zu unserem kleinen Sohn zu sagen pflegte: »Kein Tag ohne Beute!«

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Selfpublishing Day

architecture-3309203_1920Ich habe gewonnen. Ich gewinne nie und jetzt habe ich etwas gewonnen. Ein Ticket für die Selfpublisher Days im Mai. Ich sah die Ausschreibung, dachte »Knorke, genau das, was ich brauche« und habe mitgemacht. Schließlich plane ich selbst, als Selfpublisherin zu veröffentlichen und was wäre gescheiter, als eine Messe mit Profis zu besuchen, die meine Wissenslücken schließen können? Auf das Datum habe ich gar nicht richtig geachtet, irgendetwas mit Mai, mein Gehirn hat den 30. dazu fabuliert, »passt schon«, hab ich gedacht und das ich ja sowieso nie etwas gewinne. Zumindest nicht bei Preisausschreiben. Aber nun habe ich gewonnen, mich entsprechend gefreut und dann festgestellt, dass ich keine Zeit habe. Der Selfpubisher Day ist nämlich am 26. Mai und nicht am 30. Und da kann ich nicht. Gar nicht. Auch nix schieben.

Zunächst gefror ich in Scham (Oh Gott, dass muss ich denen jetzt ja sagen, wie peinlich!), dann fragte ich zwei Autorenkolleginnen, ob die statt meiner gehen möchten, aber die können auch nicht. Schließlich überwand ich mich und beichtete den Ausschreibern, dass ich nicht damit gerechnet habe zu gewinnen und nun leider dankend ablehnen muss. Fanden die jetzt auch nicht so tragisch, man nimmt sich dann halt doch immer wichtiger, als man ist. Nun darf jemand anderes dort hin. Ich habe derweil gleich noch einige weitere Preisausschreiben mitgemacht, den Lauf gleich ausnutzen! Das Schloss nehme ich auch. Ehrlich, ohne Wenn und Aber!