Der Feind in mir

Nachdem mich vorgestern die Enttäuschung nicht auf der Longlist des Selfpublishing Preises zu stehen unfein pikste und ich überlegte ab sofort nie wieder zu schreiben, weil eh alles total bekloppt ist, und ich NIE dahin komme, wo ich hinwill, hat sich mittlerweile eine zumindest akzeptable schwedische Calmess über mich gelegt. Beim näheren Betrachten ist es nämlich so, dass ich es immer wieder schaffe im Wettkampf mit mir selbst zu stehen. Wenn ich bei einem Preis mitmache, MUSS ich gewinnen, weil sonst: Looser. Wenn ich mir zwei Wochen Zeit nehme zum Schreiben, MUSS ich 10 Seiten am Tag schaffen, sonst: Looser. Wenn ich ein Buch veröffentliche, MUSS es besser sein als 90 % aller anderen im gleichen Zeitraum, sonst: … na ihr wisst schon. Das ist anstrengend und führt dazu, dass ich ziemlich viel von dem verpasse, was sich bereits in meinem wirklich sehr schönen Leben befindet. Eine gute Ehe z.B. (heute exactement 18 Jahre!), gesunde Kinder, Zeit für Kreativität, enge Freunde, die mich mögen – selbst als Looser, Leser*innen, die mir tolles Feedback geben und auf das nächste Buch warten.
Aber ich sah mich bereits mit dem Preis in den Händen auf der Frankfurter Buchmesse, dann beim Interview mit der Zeit Online. Nun fällt mir auf, dass Letzteres der eigentliche Grund war, warum ich unbedingt diesen Preis gewinnen wollte (auf dessen Longlist ich noch nicht einmal stehe – Looser!!!), Ein ernsthafter Artikel in einer landesweiten Zeitung, da muss doch was gehen? Letztlich misst sich Erfolg doch an der Anzahl der Leser*innen, die ein Buch hat. Oder? Oder?
Ich mag dieses Wegdriften vom eigentlichen Tun nicht. Ich mag in meinem Kämmerlein sitzen und zwischen den digitalen Seiten meiner Geschichten verschwinden. Mag meinen Figuren begegnen, ihnen zuhören, sie doof finden, gut finden, umkommen- und wiederauferstehen lassen.
Doch wenn ich den Blick von der Tastatur hebe, schreit mein Kopf: Beweise! (Für’s gut genug sein, für’s erfolgreich sein, für die Berechtigung einfach abzutauchen, wo doch die Küche auch mal wieder gewischt werden könnte, oder noch mehr Geld verdient werden könnte). Der Feind ist nicht da draußen, steckt in keiner Jury, keinem Verlag, keiner Bloggerin und auch keinem Leser. Der Feind steckt in mir. Heute ergebe ich mich. Verbinde meine Wunden, beiße die Zähne zusammen, senke den Kopf über die Tatstatur und hoffe, dass meine Figuren stärker sind als ich, mich an die Hand nehmen und mitnehmen ins Gelobte Land. Amen.

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Lovelybooks Leserpreis

Lovelybooks_Leserpreis

Nominiert in der Sparte Jugenbuch, wie fein, ich freue mich! Jede weitere Stimme zählt, nur die mit vielen Nominierungen kommen weiter. Wer mit abstimmen / nominieren mag, hier entlang:

https://www.lovelybooks.de/leserpreis/2018/nominierungen/jugendbuch/

Auf „Buch nominieren“ klicken, Titel suchen, draufklicken – fertig. : )

Stille.

Plötzlich ist es so still um mich herum. Der Sommer vorbei, die Aufregung auch, der Alltag zurück. Auf leisen Sohlen herangeschlichen, als es wild um mich schäumte. Eigentlich ganz schön. Während ich Hoop noch im Arm wiege, linse ich in Richtung GLoov, in Vorfreude auf den November, diesem windigen, nebligen, kuddeligen Monat, in dem ich mich endlich wieder ans Schreiben setze, um Gloov zu Ende zubringen. Danach beginnt mein Lieblingspart, das Überarbeiten. Ich rieche jetzt schon den Tee, den ich dabei trinken werde, schmecke die Kekse, ohne die ein ordentlicher Schreibtag einfach nichts ist, höre den Wind vor dem Fenster rauschen. Hach, das wird schön. Aufregung ist prima für eine Zeit lang, aber schreiben, abtauchen, Worte finden – das ist es, worum es eigentlich geht. Worum es für mich geht. Das andere ist das Lametta.

Fliegende Seiten

So, nun die Geschichte mit den fliegenden Seiten. Mega organisiert habe ich sechzig Bücher bestellt, um bei der Buchvorstellung am Samstag top ausgestattet zu sein. Zwei Kartons kamen dann auch recht zügig zu mir nach Hause. Jedes Buch einzeln eingeschweißt. Sah schön aus, wenn ich auch fand, dass es ein bisschen viel Folienmüll ist. Einen Tag später öffnete ich eines der Bücher, schließlich muss ich ja aus irgendetwas vorlesen. Weiterlesen „Fliegende Seiten“

Steine, die den Weg verschönern

Ist gibt diesen Spruch, angeblich von Woody Allen: „Die Ehe ist der Versuch zu zweit mit Problemen fertig zu werden, die man alleine nie gehabt hätte.“ So ungefähr fühlt sich gerade das Verhältnis zu meiner Buchveröffentlichung an. Es kommen Herausforderungen des Weges, von denen ich keine Ahnung hatte, dass es sie gibt. Weiterlesen „Steine, die den Weg verschönern“