My own limitations

Seit der Veröffentlichung meines Buches habe ich das Bedürfnis mich der Socialmedia Welt nur happy-preppy zu präsentieren. Bloß keine Schwäche zeigen, nicht zugeben, dass man morgens, mittags, abends Verkaufzahlen checkt und dann frustriert in die Tischkante beißt. Oder ein Rad schlägt, weil 1000 Seiten in der Online-Ausleihe gelesen wurden. Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, denn ich habe mich gar nicht getraut, etwas zu erwarten. Ich wollte Lob, aber Geld – pfui deibel! – darum geht es hier gefälligst nicht! Lob bekomme ich, offenbar funktioniert hier das „Law of attraction“ ganz ausgezeichnet (und bitte jetzt nicht rückgängig machen, liebes Universum!!!). Aber Geld verdienen muss wehtun. Extrem anstrengend oder herausfordernd – auf jeden Fall irgendwie hart sein – man muss doch gefälligst spürbar etwas geleistet haben und nicht nur so neben dem Job und der Familie und dem Leben noch ein Buch schreiben und dann auch noch Geld dafür wollen. Bitte, wo kommen wir denn da hin! Nein, da habe ich mich ganz brav hinerzogen, dass bei mir nur der Schweiß auf meiner Stirn mit einem Cent pro Tropfen vergütet wird und sonst nix! Aber das da draußen in der Selfie-Welt, dem Nabelschau-Universum zugeben? Dabei finde ich Abziehbilder selber langweilig. Mag Ecken und Kanten, schräge Vögel, Eso-Eulen, Sucher und Finder, Stolperer und über-sich-selbst-Lacher. Steh-auf Männchen und Weibchen, die sich den Staub aus dem Gesicht wischen und mit Kriegsgebrüll ins nächste Projekt stürzen, sei es Häusle bauen, oder Firma gründen. Und ich weiß, dass das alles eine Frage des Glaubens ist: denke ich, dass der Champignon doch ein Knollenblätterpilz war, wird mir kotzübel und ich sehe grüne Kringel. Genauso kann ich Berge versetzen, wenn ich es denn nur für möglich halte. It’s all a question of my own limitations. Aber die haben leider auch eine lange Historie. Und dann fiel mir ein, dass es nur einen Weg raus gibt aus der Gedanken-Autobahn: kreativ sein. Kann alles sein, wobei ich ganz sicher nicht alles kann; Malen, singen, tanzen, schreiben, aus Müll Skulpturen bauen. Ich bleib beim Schreiben für heute. No limitations hier. Mein Wort, meine Gedanken, alles erlaubt, muss nicht glänzen. Schon spüre ich ein Lüftchen um die Nase. No limitations, nichts wollen. Und da grinst sie mich von der Seite an: Freiheit. Puh, wie gut, dass es das gibt.

karim-manjra-802081-unsplash.jpg

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